Anthropic, Claude und der EA
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Talk mit dem "Effektiver Altruismus" Experten Leonard Roesler:
Der KI-Pionier Anthropic geht gerade durch die Schlagzeilen. Mit ihrem Chatbot Claude haben sie eines der beliebtesten Modelle auf den Markt gebracht, große Tech-Firmen wie Amazon, Google, Microsoft und SpaceX investieren Milliardenbeträge. Mit einer Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar gilt es aktuell als das wertvollste KI-Unternehmen der Welt - der Börsengang steht kurz bevor, um noch mehr Kapital einzusammeln.
Die Gründer, Starkapitalgeber und viele Mitarbeiter von Anthropic stehen einer sozialen Bewegung nahe, die sich Effektiver Altruismus nennt. Die Effektiven Altruisten, eine auf den Utilitarismus zurückgehende neuere Strömung in der Philanthropie wollen den globalen Nutzen aller fühlenden Wesen maximieren. Die utilitaristische Praxis, Glück und Leid unterschiedlicher Menschen zu quantifizieren und miteinander aufzurechnen hat schon immer scharfe Kritik hervorgerufen. Noch problematischer wird es, wenn man sich genauer anschaut, wer im Effektiven Altruismus genau als fühlendes Wesen definiert wird. Es häufen sich absurde transhumanistische Äußerungen, die künstlicher Intelligenz Emotionen, Bewusstsein und sogar eine Seele zuschreiben. Computer-Modellen sollen übermenschliche Denkfähigkeiten haben, Menschen träumen von der Unsterblichkeit durch den Upload ihres Bewusstseins in die Cloud und auf einmal scheint der Ausbau von riesigen Datencentern als moralische Pflicht. Ist alles nur eine ausgeklügelte Marketing-Kampagne zum Auftreiben weiterer Investitionsmilliarden? Viele im Silicon Valley scheinen bereit das ernsthaft zu glauben.
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