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Zurich Behavioral Economics Network (ZBEN) ist ein eingetragener Verein und dient als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft & Praxis. 

Wir laden regelmässig Vortragende ein, die ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der praktischen Anwendung und evidenzbasierten Erforschung von verhaltensökonomischen Details teilen wollen. 

Eingeladen sind Manager, Politiker, Wissenschafter, Studierende und natürlich alle anderen Interessierten, die an einem solchen Austausch interessiert sind.

Bei jedem Meetup wird das Networking und die interessanten Beiträge von einem "Apero Riche" für alle begleitet. 

Wir treffen uns in der Regel am ersten Montag im Monat. Das Meetup findet in der Regel 9 Mal im Jahr statt.


Wer mehr über Behavioral Economics erfahren will, soll einfach weiterlesen: 

Was genau ist Behavioral Economics / Verhaltensökonomie - ein Erklärungsversuch

1.) In Behavioral Economics / der Verhaltensökonomie geht es darum, wirtschaftliches Verhalten und seine Folgen besser zu verstehen. Warum kauft jemand einen Hot-Dog, geht zur Arbeit, spart für den Ruhestand, spendet für wohltätige Zwecke, bildet sich weiter, verkauft sein altes Auto, wettet auf einem Pferderennen, kann nicht aufhören zu rauchen, etc? 

Ein zentrales Element der Verhaltensökonomie ist es zu verstehen, ob Menschen gute oder schlechte Entscheidungen treffen und wie man sie unterstützen kann, bessere Entscheidungen zu treffen.

2.) Die Verhaltensökonomie testet mit Menschen das Standardmodell der Ökonomie um herauszufinden, ob diese klassischen Modelle funktionieren, und, falls dies nicht der Fall ist, die Frage aufzuwerfen, ob diese klassischen Modelle optimiert oder überarbeitet werden müssen, damit diese "neuen Modelle" die Realität und damit beobachtbares Verhalten besser prognostizieren können. 

3.) Die Verhaltensökonomie wendet die Erkenntnisse aus experimentellen Labor- und Feldstudien, insbesondere aus der Psychologie und anderen Sozialwissenschaften in der Ökonomie an. 

Conclusio: Die Verhaltensökonomie arbeitet konstruktive mit dem Standard-Modellen der Ökonomie, um ein besseres Verständnis für das wirtschaftliche Verhalten zu bekommen. Das Ziel der Verhaltensökonomie ist es definitiv nicht, die Standardmodelle der Wirtschaftswissenschaften unreflektiert zu kritisieren oder nur die negativen Seiten dieser Modelle zu betonen. Das regelmässige Testen der ökonomischen Standardmodelle ist das Mittel zum Zweck - der Zweck ist das wirtschaftliche Verhalten von Menschen so gut wie möglich zu verstehen und zu prognostizieren.

Die Geschichte und die kontroversiellen Themen der Verhaltensökonomie


Adam Smith - der erste Verhaltensökonom


Die meisten Ökonomiestudenten kennen das Buch "An Inquiry into the Causes of the Wealth of Nations" von Adam Smith, welches er 1776 erstmals publizierte. In diesem Buch nimmt Smith bezug auf die berühmte "unsichtbare" Hand. 

Viel weniger Ökonomen kennen jedoch ein Buch von Smith, welches 1759 erstmalig erschien. Sein Titel ist: "The Theory of Moral Sentiments". In diesem Buch wurde eigentlich die unsichtbare Hand das erste Mal erwähnt. Viel interessanter für die Verhaltensökonomie ist aber, dass Smith beschreibt, dass Menschen nicht nur durch Eigeninteresse motiviert werden, sondern eine "natürliche Sympathie" für andere empfinden und einen "natürlichen Sinn" für Rechtschaffenheit & Tugenden besitzen. 

Smith beschäftigt sich in "The Theory of Moral Sentiments" mit vielen Themen die in den letzten 30 Jahren durch die Verhaltensökonimie wissenschaftlich thematisiert und untersucht wurden. So ziehen sich zum Beispiel seine Erklärungsversuche bezüglich des Einflusses von Belohnung und Betrafung auf das menschliche Verhalten durch sein gesamte Buch. Ein anderes Thema ist der Einfluss von Bräuchen & Gewohnheiten auf das Verhalten. Adam Smith war somit möglicherweise der erste Verhaltensökonom, und zwar einige Zeit bevor er durch sein zweite Buch als Pate der moderenen Wirtschaftswissenschaften gefeiert wurde. 

Wenn viele Themen der verhaltensökonomischen Forschung bereits vor mehr als 200 Jahren von Smith artikuliert wurden, stellt sich berechtigterweise die Frage, warum wir solange warten mussten, bis Ökonomen begannen, diese wissenschaftlich ernsthaft zu erforschen. Dies scheint jedoch die falsche Frage zu sein. Die Ökonomie und die Psychologie gingen sehr lange nach Adam Smith noch Hand in Hand (bis zum Ende des 19. Jahrhunderts). Frühe Ökonomen beschäftigten sich mit Emotionen, Impulsen, Moral und vergleichbaren Konzepten. Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens zum Beispielt, eines der fundamentalen Prinzipien des Standardmodells der Ökonomie basierte auf Ideen der Psychologie; Ökonomen haben sich oft wissenschaftlichen Konzepten und Arbeiten der Psychologie bedient um ihre eigene Forschung zu unterstützen und weiterzuentwicken.

Vilfredo Pareto

Zu Beginn des 20. Jahrhundert wendeten sich die Ökonomen jedoch von der Psychologie ab und die Verhaltensökonomie (wenn man sie damals so nennen wollte), verschwand mehr als ein halbes Jahrhundert von der wissenchaftlichen Bildfläche. Der Wandel wurde von Alfredo Pareto eingeleitet. In einem Brief 1897 schrieb er: "Reine politische Ökonomie hat daher ein großes Interesse sich so wenig wie möglich auf das Gebiet der Psychologie berufen zu müssen."


Dies ist vermutlich der Grund, warum er im Jahr 1900 eine Arbeit veröffentlichte, in welcher er einen neuen Ansatz für die "Entscheidungstheorie" vorstellte, der als wichtigste Errungenschaft "jede psychologische Analyse eliminierte".

Aber warum sollten die Wirtschaftswissenschaften auf die Erkenntnisse der psychologischen Forschung verzichten, und wie ist es möglich, dies überhaupt im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens eines Ökonomen umzusetzen? Der erste Teil der Frage ist einfacher zu beantworten. Die Erkenntnisse der psychologischen Forschung werden dann in den Wirtschaftswissenschaften nicht benötigt, wenn eine Fokussierung auf die effektive Entscheidung anstatt auf die Wünsche oder Bedürfnisse der Menschen stattfindet. Auf diese Weise können die Ökonomen Rückschlüsse ziehen, die ausschließlich auf dem effektiven Verhalten der Menschen basieren. Um noch einmal Pareto zu zitieren: "Ich bin nicht daran interessiert, den Grund zu kennen, warum die Menschheit indifferent [zwischen zwei verschiedenen Alternativen] sind.  Ich nehme die reinen und nakten Tatsachen zur Kenntnis". Dieser Ansatz macht sehr viel Sinn, weil es Pareto und seinen wirtschaftswissenschaftlichen Kollegen erlaubte, von schwierigen psychologischen Fragestellungen zu abstrahieren und eine mathematische Theorie der rationalen Entscheidung zu entwickeln. Wenn Menschen rational sind dann werden sie ihre Wünsche durch ihre Entscheidungen ausdrücken und die Ökonomie muss sich auf die effektiven Entscheidungen der Menschen fokussieren. Sich zu fragen, genau so wie es Pareto tat, was denn passiert, wenn Menschen rational handeln ist eine gute, logische Sache, weil dies eine natürliche Benchmark zur Verfügung stellt, mit der man wissenschaftlich gut arbeiten kann.


Die Wiedergeburt der Verhaltensökonomie / Behavioral Economics

Zu Beginn der 60'iger Jahre des vorigen Jahrhunderts begann die Psychologie allmählich wieder eine wichtigere Rolle in den Wirtschaftswissenschaften zu spielen. 

Prinzipiell sind vier unterschiedliche Entwicklungen der letzten 50 Jahre für das Comeback der Psychologie und Soziologie in der Ökonomie mitverantwortlich: 


I. 'Das kann doch nicht Dein Ernst sein’ - Entwicklung von

Herbert Simon 



Das erste Element war die von Herbert Simon, Nobelpreisträger 1978, angeführte Attacke - "Das kann ja nicht Dein Ernst sein".

Simon stellt ernsthaft den Sinn in Frage, menschliches Verhalten mit dem Homo Oeconomicus zu modellieren. 

In einem von ihm im Jahre 1955 veröffentlichten Artikel stellt er, nachdem er in dieser Arbeit eine Problemstellung einer rational agierenden Person gelöst hat, folgende Behauptung auf: "Meine erste empirische Behauptung ist, das ein völliger Mangel an Evidenz besteht, dass in aktuellen menschlichen Entscheidungssituationen dieser Komplexität eine solche menschliche Rechenleistung möglich wäre oder in der Realität beobachtbar wäre. " Stattdessen schlägt Simon vor, eine Blick auf die wirkliche Informationsverarbeitungs- und  Rechenkapazitäten von Menschen zu werfen, und diese als als realistischen Ausgangspunkt für menschliches Verhalten in Wirtschaftsmodelle anzusetzen.  

Die Anerkennung der kognitiven Grenzen, mit welchen Menschen im Rahmen ihres täglichen Lebens regelmässig konfrontiert werden, führte zum Begriff "begrenzte Rationalität ("bounded rationality")". Simon gewann den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1978 für seine "bahnbrechende Forschung in den Entscheidungsprozess innerhalb von Wirtschaftsorganisationen". Seine Aufrufe, den Homo Oeconomicus mit etwas Menschenähnlicherem zu ersetzen, fiel größtenteils auf taube Ohren.

Symptomatisch für die Forschung von Herbert Simon war, dass er von der Graduate School of Industrial Administration an der Carnegie Mellon University an das Psychologie-Institutes wechselte. In seiner Autobiographie (Simon 1991) schreibt er: "Mein Ökonomen Freunde haben mich längst aufgegeben und mich der Psychologie oder einem anderen fernen Ödland verabschiedet." In den Arbeiten Simons fehlrte vorallem der Beweis, dass der Homo Oeconomicus keine gute Näherung ist, wie Menschen sich in wirtschaftlichen Situationen verhalten. 

Er mag zwar gedacht haben, das dies mehr als offensichtlich war. Aber das Fehlen eines formalen Beweises machte es für Ökonomen einfach , seine Arbeit grösstenteils zu ignorieren.


II. “Ihre Annahmen sind falsch”-Entwicklung von

Daniel Kahneman,


Fehlende formale Beweisführung kann sicherlich der zweiten Attacke, nämlich "Ihre Annahmen sind falsch" nicht unterstellt werden. Dies kann hauptsächlich Daniel Kahneman (er wurde 2002 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet) und Amos Tversky (starb leider viel zu früh 1995) zugerechnet werden.

Der Ansatz ist hier, eine formale Beweisführung anzutreten, dass sich Menschen in der Realität sehr vom Homo Oeconomicus unterscheiden. Eine Möglichkeit besteht darin, Menschen, darunter auch Ökonomen, einfache Fragen wie diese (Thaler und Sunstein 2007 fand) zu stellen:

Ein Schläger und ein Ball kosten zusammen $1,10. Der Schläger kostet $1,00 mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball? Wer zehn Cent antwortet ist einer vielen Menschen. Die meisten Menschen brauchen einen zweiten Anlauf, um auf die richtige Antwort von $0.05 zu kommen.

Hier ist noch ein anderes berühmtes Beispiel aus Tversky & Kahneman (1983):

Bill ist 34 Jahre alt. Er ist intelligent, einfallslos, zwanghaft, und langweilig. In der Schule war er stark in Mathematik, aber schwach in Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Ordnen Sie die folgenden acht Aussagen folgendermassen ein: Die am Wahrscheinlichste zuerst und die am wenigsten Wahrscheinlichste am Ende.

·  Bill ist Arzt und spielt Poker als Hobby.

·  Bill ist Architekt.

·  Bill ist Buchhalter.

·  Bill macht Jazzmusik als Hobby.

·  Bill surft als Hobby.

·  Bill ist Reporter.

·  Bill ist Buchhalter, der Jazzmusik als Hobby betreibt.

·  Bill ist Hobbybergsteiger

Wenn Sie wie die meisten Menschen denken, haben sie wahrscheinlich folgendermassen geantwortet: Es ist wahrscheinlicher, dass Bill ein Buchhalter ist, als dass Bill ein Buchhalter ist, der Jazzmusik als Hobby macht, als Bill Jazzmusik als Hobby macht. Nun, wie kann es sein, dass es wahrscheinlicher ist, dass Bill ein Buchhalter ist, der Jazzmusik als Hobby macht, als dass Bill Jazzmusik macht? Es kann es natürlich nicht.

Wenn die meisten Menschen Fehler wie diese machen, wie können wir von diesen Menschen erwarten, dass sie komplexe Berechnungen, welche der Homo Oeconomicus regelmässig ohne Probleme meistert, ohne Fehler durchführen. Mit diesen und vielen anderen Beispielen haben Kahnemann & Tversky klar nachgewiesen, dass sich die Menschen nicht wie der Homo Oeconomicus, oder zumindest nicht so, wie es die standardökonomischen Modelle annehmen, verhalten. Daher scheinen andere Annahmen in den Modellen vernünftig. Um Kahneman & Tversky in einer 1981 (S. 453) veröffentlichten Arbeit zu zitieren:

„Über die Definition von Rationalität wurde viel diskutiert. Es gibt eine allgemeine Übereinstimmung, dass rationale Entscheidungen einige grundlegende Anforderung an Konsistenz und Kohärenz genügen müssen. In diesem Artikel beschreiben wir Entscheidungsprobleme in welchen Menschen systematisch die Anforderungen der Konsistenz und Kohärenz verletzen. Wir führen diese Verletzungen auf die Verletzung von psychologischen Prinzipien, der subjektiven Wahrnehmung von Entscheidungsproblemen und der damit verbundenen systematisch falschen Bewertung der verschiedenen Optionen zurück.

Daniel Kahneman wurde der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2002 für die "Integration von Erkenntnissen der psychologischen Forschung in die Wirtschaftswissenschaften, insbesondere bezüglich der Beurteilungen und der Entscheidungsfindung bei Unsicherheit" verliehen.

Diese Attacke war sicherlich stärker als die von Herbert Simon. Trotzdem konnte sie noch nicht entscheidend zum Comeback der Psychologie in der Ökonomie beitragen. Warum? Der Grund liegt darin, dass diese "Attacke" immer noch leicht für die Standardökonomien zu parieren und daher nicht überzeugend war. Schließlich war es doch offensichtlich, dass die Menschen nicht wie der Homo Oeconomicus agierten?

Die Kernfrage der Wirtschaftswissenschaften ist doch, ob Modelle, in denen menschliches Verhalten durch den Homo Oeconomicus dargestellt wird, eine gute Vorhersagekraft haben. Die frühen Arbeiten von Kahneman, Tversky und andere hatten leider zu diesem Thema sehr wenig zu sagen.


III. "Die Offenbarung: Märkte funktionieren" Entwicklung von 

Vernon Smith,


Ab 1955 führte Smith  eine Reihe von Experimenten durch. Dies mit dem Ziel, die Standardmodelle der Ökonomie zutesten - die Frage, die Smith umtrieb war, ob sich die Grundvorhersagen des Standardmodells zu Märkten als richtig erweisen wird. Die Ergebnisse waren erstaunlich. Prinzipiell waren die Vorhersagen sehr präzise. 

Vielleicht spielt es daher gar nicht so eine wichtige Rolle, wenn sich die Menschen nicht wie ein Homo Oeconomicus verhalten; das Standardmodells der Ökonomie war immerhin ohne weiteres in der Lage, befriedigende Ergebnisse zu liefern und bestätige damit, dass diese Modelle sehr gut funktionieren. 

Diese ersten Experimente von Smith führten zu einer Reihe von weiteren Forschunsprojekten - der Grossteil davon zum Thema "Marktinstitutionen". Diese Ergebnisse können ohne weiteres als ein der wichtigsten Wegbereiter und Grundpfeiler der Verhaltensökonomie bezeichnet werden. 

Im Jahr 2002 wurde Vernon Smith der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften "für die Integration von Laborexperimenten als Werkzeug in den empirischen ökonomischen Analysen, insbesondere in Studien zur Erforschung unterschiedlicher Marktmechanismen" ausgezeichnet. 

Die Arbeiten von Smith waren sicherlich wichtiger Wegbereiters für die Wiedergeburt der Verhaltensökonomie, aber keineswegs der entscheidende Erkenntnisgewinn, um ein Comeback der Psychologie in den Wirtschaftswissenschaften zu forcieren. Das liegt hauptsächlich daran, dass die experimentellen Arbeiten von Smith die Standard-ökonomischen Modelle bestätigten. Daher mussten diese doch etwas richtig machen. 

Warum also brauchen wir denn nun die Verhaltensökonomie? 

Während alle drei oben beschriebenen Elemente lediglich Wegbereiter der Wiedergeburt des Behavioral Econmics waren, benötigen wir noch ein weiters, viertes, Element, welche der Verhaltensökonomie endgültig zum Durchbruch verholfen hat: Die Spieltheorie und die damit verbundene Erforschung strategischer Interaktion von Menschen und Institutionen. 

IV. "Welches Gleichgewicht wählen die Menschen - eine Herausforderung" Entwicklung von 

Reinhard Selten 

Das letzte Puzzleteil wird “Welches Gleichgewicht wählen die Menschen – eine Herausforderung” genannt und kann ohne wenn und aber Reinhard Selten (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1994) zugerechnet werden. Diese Herausforderung wurde mit den raschen Fortschritten der Spieltheorie in den 1950er und 1960er Jahren des vorigen Jahrhunderts offensichtlich.

Die Spieltheorie beschäftigt sich damit, das Verhalten der Menschen in "strategischer Situationen" zu analysieren und zu erfassen. Dies bedeutete gleichzeitig, dass die Anforderungen an den Homo Oeconomicus immer anspruchsvoller wurden. Nicht nur sollte er oder sie egoistisch, rational, klüger als jeder Ökonom und dergleichen sein, darüber hinaus musste der Homo Oeconomicus auch telepathische Fähigkeiten besitzen (und auch das scheint nicht genug).

Prinzipiell ist es in der Regel nicht eindeutig, wie der Homo Oeconomicus in "strategischen Situationen" handeln sollte; es ist nicht eindeutig, welche Verhaltensweise vernünftig ist oder nicht.

Die technische Ausdrucksweise dieses Problems ist es zu sagen, dass mehrere Gleichgewichte gleichzeitig bestehen. Irgendwie musste die ökonomische Forschung Wege finden die es ermöglichten, die Gleichgewichte zu identifizieren, die "sinnvoller"waren und daher eher prognistizierbar sind.

Das ist ein bisschen wie das Werfen von Dartpfeilen auf eine Dartscheibe, während man eine Augenbinde trägt. Um eine echte Erfolgschance zu besitzen macht es Sinn die Frage aufzuwerfen, wie sich andere Menschen in solchen strategischen Situationen verhalten  und damit zu beobachten, welches Verhalten Menschen an den Tag legen, wenn sie solche Spiele spielen.

Mit anderen Worten, es war höchst sinnvoll, zumindest ein wenig auf die Psychologie zu setzten und kontrollierte Labor-Experimente einzusetzten. In den späten 1950er Jahren begann Professor Selten dann auch, regelmässig solche Experimente mit Stundenten durchzuführen.

Diese ersten Experimente von Selten hatten in erster Linie mit der Erforschung neuer Erkenntnisse in einem Teilbereich der Wirtschaftswissenschaften, der Industrieökonomie, zu tun. Sie führten unter anderem zu wichtigen neuen theoretischen Erkenntnissen, wie zum Beispiel der Teilspielperfektheit

Das wichtigste dabei war aber, dass Experimente in der ökonomischen Forschung zunehmend als eine nützliche Methode von der "Scientific Community" akzeptiert wurden, um mehr über das wirtschaftliche Verhalten von Menschen zu lernen. Um Selten (1994) zu zitieren: "Immer mehr kam ich zu dem Schluss, dass Ansätze, die über die Annahmen menschlichen Verhaltens spekulierten, wie wir es in unseren bisherigen wissenschaftlichen Arbeit getant hatten, nur von begrenztem Wert sind. Das Konzept des begrenzt rational wirtschaftlichen Verhaltens kann nicht im Bürosessel erfunden werden, es muss experimentell untersucht werden.

Die Standardmodelle der Ökonomie waren in einer Sackgasse angelangt und die Verhaltensökonomie ermöglicht es, die Wirtschaftswissenschaften weiterzuentwickeln.

George Akerlof,



James Heckman

und Bob Shiller 


haben die Grundlagen für verhaltensökonomische Forschung (Behavioral Economics) geschaffen. 

BEA™ (Behavioral Economics Ansatz) beruht auf dem empirischen Wissen über die menschliche Tendenz zu fehlerhaften Entscheidungen und erlaubt den systematischen Einsatz dieses Wissens für Problemstellungen in der Wirtschaftspraxis.

Die international renommierten Wirtschaftsprofessoren Richard Thaler (University of Chicago), George Löwenstein (Carnegie Mellon University), Colin Camerer (CALTECH), Dan Ariely (Duke University) und Ernst Fehr (University of Zurich, MIT) haben erheblich dazu beigetragen, dass die verhaltensökonomische Forschung (Behavioral Economics) heute in Unternehmen und der Politik praxisnah angewandt werden kann.

Zurich Behavioral Economics Meetup dient als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft & Praxis. 

Wir laden regelmässig Vortragende ein, die ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der praktischen Anwendung und evidenzbasierten Erforschung von verhaltensökonomischen Details teilen wollen. 

Eingeladen sind Manager, Politiker, Wissenschafter, Studierende und natürlich alle anderen Interessierten, die an einem solchen Austausch interessiert sind. 






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Praktischen Anwendungen von Behavioral Economics in Wirtschaft & Politik

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