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Mississippi Dämme halten der Flutwelle stand- Frankfurter Allgemeine Zeitung 10. Mai 2011

Ingrid
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Memphis, TN
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Das Jahrhundert-Hochwasser am Mississippi bedroht die Stadt Memphis im amerikanischen Bundesstaat Tennessee. Bisher haben die Dämme zwar gehalten, aber es wird noch Tage dauern, bis die Wassermassen abfließen.

Der Scheitel der Mississippi-Flutwelle hat am Dienstag Memphis im Süden der Vereinigten Staaten passiert - und die Dämme haben gehalten. Gegen zwei Uhr morgens (Ortszeit) sei die knapp 14,6 Meter hohe Welle in der Stadt angekommen, berichtete ein Sprecher des Nationalen Wetterdienstes, Bill Borghoff. Die rund 920 000 Einwohner der historischen Musikstadt müssen allerdings weiter bibbern: Der Wasserpegel soll sich bis zu 36 Stunden halten.

Die Dämme müssen also weiter einem gewaltigen Druck standhalten. „Wir haben keinen Grund, unseren Dämmen zu misstrauen“, sagte ein Sprecher des Armeekorps der Ingenieure. Flussabwärts rüsteten sich zahlreiche Farmer für die Flutwelle. Mit selbsterrichteten Dämmen versuchten sie, ihre Felder zu schützen. Das Hochwasser eines der längsten Ströme der Welt, das in den kommenden Tagen zum größten des Flusses im zurückliegenden Jahrhundert anwachsen könnte, floss weiter auf das Mississippi-Delta zu.
Armee kontrolliert die Deiche

Der Fluss schwoll dort am Montag um das Sechsfache seines Normalpegels an und überschwemmte Farmen und Wohnhäuser. Rund 150 Spezialisten der Armee patrouillierten am Dienstag entlang der strapazierten Deiche, während tausende Menschen ihre Häuser verließen. Ein Sprecher sagte, die Armee sei „recht zuversichtlich, dass die Deiche den Test bestehen“. Der Fluss war teilweise für die Schifffahrt gesperrt. Nahe New Orleans im Mississippi-Delta wurden Schleusen geöffnet, um der Flutwelle Raum zu geben und eine Überschwemmung der unterhalb des Meeresspiegels liegenden Stadt zu verhindern.
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Der Mississippi erreichte in Memphis, das als Metropole von Blues und Rock'n'Roll sowie als frühere Heimatstadt von Elvis Presley weltbekannt ist, eine Breite von 4,8 Kilometern - normalerweise ist er dort lediglich 800 Meter breit. Häuser und Wohnwagen wurden überflutet. Tausende Menschen verließen ihre Häuser, darunter Daryl Hissong und sein dreijähriger Sohn, in deren Haus in einem Vorort von Memphis das Wasser zwei Meter hoch stand. Er habe gehört, „dass es wahrscheinlich einen Monat dauern wird“, bis das Hochwasser wieder zurückgeht, sagte Hissong.

In den meisten Teilen von Memphis konnten schwere Überschwemmungen zwar durch Deiche oder natürliche Anhöhen an den Ufern abgewehrt werden. Dagegen kämpften aber die Bewohner des Stadtteils Mud Island, einer der Stadt vorgelagerten Insel, gegen die Fluten an. Einige Häuser waren bereits überschwemmt, und am Montag brach eine Mauer aus Sandsäcken.

Zahlreiche Schaulustige strömten zu den überschwemmten Stadtteilen und beobachteten oder fotografierten die Lage. Anwohner beschwerten sich, dass die Autos der Neugierigen die Straßen in der Innenstadt zuparkten. Das legendäre Sun Studio im Zentrum der Blues-Stadt sowie Graceland, das berühmte Anwesen von Rock'n'Roll-Legende Elvis Presley, waren von den Überschwemmungen nicht betroffen. Im Sun Studio nahmen zahlreiche berühmte Musiker wie Ike Turner, B.B. King oder Presley ihre ersten Songs auf.

Nach Angaben des amerikanischen Wetterdienstes handelt es sich um das größte Hochwasser im Mississippi-Tal seit 1937, teilweise sind die historischen Wasserstände sogar bereits übertroffen. Vor allem im tiefliegenden Delta des Flusses drohe zahlreichen Häusern in den kommenden Tagen und Wochen die Überschwemmung, sagte der Meteorologe Tom Bradshaw. Im Gegensatz zu 1937 gebe es aber heute zahlreiche Deiche, die das Wasser aufhielten. Daher gebe es keine Massenfluchten, und es würden auch nicht ganze Städte weggeschwemmt, wie es damals der Fall war.

Ursache des Hochwassers sind heftige Regenfälle im vergangenen Monat, die die ohnehin durch die Schneeschmelze bereits angeschwollenen Flüsse zum Überlaufen bringen. Den Überschwemmungen vorausgegangen waren schwere Stürme in der Region sowie eine Serie von Tornados, durch die in mehreren Südstaaten insgesamt 350 Menschen ums Leben kamen.
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