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Grundeinkommen, Komplementärwährungen und Gender: Emanzipatorisches Potential?

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Eines der Themen die im Zusammenhang mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) kontrovers diskutiert werden ist Gender. Die Frage, wie die Einführung eines BGEs sich auf Gender-Ungleichheiten auswirken würde, ist dabei wesentlich - nicht nur, weil Frauen* viel häufiger von Armut betroffen sind und Armutsreduzierung eines der zentralen Ziele fast aller BGE-Projekte darstellt.

Studien schätzen, dass vorwiegend von Frauen* geleistete Arbeiten mehr von Automatisierung betroffen sein werden als andere. Es existieren berechtigte Bedenken, dass Pflege- und andere Reproduktionstätigkeiten, mit großer Mehrzahl un- oder unterbezahlt von Frauen* bestritten, mit der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommen noch mehr von Geschlechterungleichheiten betroffen würden. Gegenwärtig herrscht in akademischen Kreisen die Einschätzung vor, dass ein BGE sich zwiespältig auf Gendergerechtigkeit auswirken und als solches nicht ausreichen würde, um existierende soziale Machtverhältnisse in Bezug auf Gender fundamental infrage zu stellen.

Wir argumentieren, dass der Kontext, die Ausrichtung und die konkrete Konzeptionalisierung eines möglichen BGE entscheidend sind: Gibt es nicht Wege ein BGE zu nutzen um die Marginalisierung und soziale Diskriminierung von Frauen* (und anderer sozialer Gruppen) zu verringern? Dieser Frage möchten wir in unserem Vortrag nachgehen, und uns dabei insbesondere auf dezentralisierte, nicht-staatliche BGE-Projekte (Fallbeispiel: Circles) konzentrieren. Welches Potential bieten komplementäre Währungen, die außerhalb der derzeitigen Markt-/Wachstumslogik angesiedelt sind in dieser Hinsicht? Wie können sie die Sicherheit staatlicher Wohlfahrtssysteme mit einem BGE verbinden? Und welches emanzipatorisches Potential verbirgt sich darin?