Warum Armutsbekämpfung scheitert & was wir daraus lernen können
Details
Vortrag
Evidenzbasierte Effektivitätsmessung leidmindernder Interventionen
Waisenheime bauen, Mikrokredite¹, Play-Pumps², „Darwins Alptraum“ im Victoriasee³ und Entwicklungshilfe insgesamt⁴ – im Kampf gegen die globale Armut sind in der Vergangenheit viele Projekte und Ideen gescheitert oder sind bis heute in ihrer Wirksamkeit umstritten. Daraus ergibt sich die Frage: Wie können wir mit unseren begrenzten Ressourcen am besten haushalten und den Benachteiligten in Regionen des Globalen Südens am besten helfen? Anstatt in Dinge zu investieren, welche unterm Strich keinen Nutzen haben (oder gar den Empfängern schaden)?
Eine Vielzahl von Bewegungen und Organisationen (wie der Effektive Altruismus oder die Randomistas) entstanden in den letzten zwei Jahrzehnten, um diese Fragen zu beantworten. Deren Ziel ist es, wissenschaftliche Erkentnisse und Methoden anzuwenden, um die in ihrer Lösbarkeit vielversprechendsten Probleme und die effektivsten Projekte zu finden, anstatt dabei nur auf das eigene Bauchgefühl zu hören, das leicht in die Irre geführt werden kann.
Wir werden uns hierbei eines der ersten Beispiele für evidenzbasierte Interventionen zur Armutsreduktion anschauen – die Entwurmung von Schulkindern, um Gesundheit zu fördern und Fehlzeiten in der Schule zu reduzieren⁵ –, und uns dabei drei Fragen stellen:
(1) Warum ist es notwendig, sich bei Interventionen zur Armutsreduktion (z. B. in der Entwicklungszusammenarbeit) auf Evidenz anstatt auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen?
(2) Woher können wir wissen, ob eine Intervention/ein Projekt wirkt oder nicht?
(3) Was sind die Gründe dafür, dass auch dieses wissenschaftliche Vorgehen scheitern kann und wir möglicherweise nur einer Illusion von Gewissheit erliegen?
Über den Sprecher
Jan Stratil arbeitet zurzeit an seinem Ph.D. in Public Health und Epidemiologie an der LMU München. Er studierte Medizin und Geographie in Tübingen und gibt regelmäßig Seminare und Workshops zu Themen der Entwicklungszusammenarbeit und Globalen Gesundheit.
Weitere Informationen
Im Anschluss an den Vortrag findet eine thematische Diskussionsrunde statt.
Der Vortrag sowie der Abend werden in Deutsch gehalten.
Beginn: 19:00 Uhr
Ende: 21:30 Uhr
Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Benckiser Stiftung Zukunft statt.
Quellen und Verweise
² http://blogs.ei.columbia.edu/2010/07/01/the-playpump-what-went-wrong/
³ https://www.youtube.com/watch?v=pIDQ_4QAaWo (https://www.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DpIDQ_4QAaWo&h=kAQFEaDGr&enc=AZOlsXtuK7ybr1DR5jgPgbq5d-HPU_E3aWD0fOBp2Sw44zxoDJf7cfCcjvZOZNaq3Mg&s=1)
⁴ http://dambisamoyo.com/publications-articles-videos/books/dead-aid/
⁵ https://www.evidenceaction.org/dewormtheworld/ (https://www.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fwww.evidenceaction.org%2Fdewormtheworld%2F&h=YAQE6UjXY&enc=AZMd9UNYmwTdAxTBGeycbbJ6YHnH1Uas42cHxQotlwELyg_4e-qQDAj5SFgsjGdCf1g&s=1)
