Schwieriges Erbe? Herausforderungen im Unterricht und in der Lehrkräftebildung
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Der Begriff „kulturelles Erbe“ lässt uns zunächst vor allem an prachtvolle Bauten und andere zivilisatorische Errungenschaften denken. Doch um kulturelles Erbe in all seinen Facetten und seiner Komplexität erfassen und in Schule und Lehrkräftebildung adäquat vermitteln zu können, ist eine Auseinandersetzung auch mit „schwierigem“ und „dunklem“ Kulturerbe unumgänglich. Bis in die jüngere Vergangenheit beschränkte sich diese in Deutschland vor allem auf die Verbrechen und Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus.
So herrschte in Heidelberg jahrzehntelang Uneinigkeit darüber, was mit der von den Nationalsozialisten als Thingstätte errichteten Freilichtbühne geschehen sollte, die heute ein geschütztes Kulturdenkmal ist. Im Zuge des Postkolonialismus wird nun zunehmend auch in unserer Kulturlandschaft der Umgang mit kolonialem Erbe hinterfragt. Dieses Umdenken führte unter anderem dazu, dass Außenministerin Annalena Baerbock im Dezember 2022 bei ihrem ersten Staatsbesuch in Nigeria höchstpersönlich zwanzig während der Kolonialzeit entwendete Bronzen zurückgab.
Welches Kulturerbe ist aus heutiger Sicht als schwierig einzustufen und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für den Schulunterricht und eine zeitgemäße Lehrkräftebildung? Bei einem Gespräch auf der HSE-Terrasse wollen wir diese spannenden Aspekte mit unseren Gästen – der Geschichtslehrerin Michelle König und der Medizinhistorikerin Karen Nolte – aus unterschiedlichen Perspektiven erörtern. Zu Beginn werden beide in einem kurzen Input ihren persönlichen Ansatz zu ihrem Verständnis von schwierigem Erbe darstellen und Perspektiven für dessen Vermittlung aufzeigen.
Michelle König wird die Chancen und Herausforderungen von KZ-Gedenkstätten als außerschulische Lernorte beleuchten. Dabei wird sie sich zum einen auf ihre praktischen Erfahrungen als Lehrerin beziehen, zum anderen auf ihr an der HSE durchgeführtes Forschungsprojekt, in dem sie am Beispiel von Neckarelz das didaktische Potenzial regionaler KZ-Gedenkstätten herausgearbeitet hat. Karen Nolte wird in ihrem Kurzvortrag darlegen, wie der Campus Bergheim durch die Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus geprägt ist, und eine App vorstellen, die durch einen Audiowalk die Erinnerung an diese Epoche wieder lebendig werden lässt.
Ausgehend von diesen beiden spannenden Inputs gibt es dann zunächst die Gelegenheit, Fragen an die beiden Referentinnen zu richten um den Abend anschließend in einer regen Diskussion mit dem Plenum in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen.
