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Details

Liebe Filmliebhaber
Morgen, Samstag, um 17.30 gemeinsames Essen

Anschliessend: Besprechung der 96 Minuten dauernde österreichische Dramakomödie «Die Wunderübung» aus dem Jahr 2018.

Das Drehbuch stammt von Michael Kreihsl und Daniel Glattauer, Regie führte Michael Kreihsl nach einem Theaterstück und Buch von Daniel Glattauer mit dem Titel «Gut gegen Nordwind».

Wer bei der Vorbereitung des Essens helfen will, kann gerne ab 16.00 Uhr mithelfen. Wir freuen uns auf einen gemütlichen und bereichernden Filmabend!

Wir freuen uns über jeden, der kommen kann und Freude am gemeinsamen Besprechen hat.

Sie können sehr gerne diese Einladung an andere Interessierte verschicken.

Weitere Daten für Filmabende: Immer am letzten Samstag des Monats (ausser Juli und Dezember auch im Jahr 2027) – zum Eintragen in die Agenda
1. November: „Kleine grosse Stimme“
2. Dezember

Handlung:
Ein scheinbar unversöhnliches Paar, Joana und Valentin Dorek, gehen nach 17 Jahren Ehe zum Paartherapeuten. Sie streiten sich auch dort heftig, fühlen sich falsch verstanden und missachtet, verstehen sich nicht und werfen sich kleine und grössere Vorkommnisse vor. Sie haben sich verwickelt und sind empfindlich geworden, glauben sich gegen den anderen mit allen Mitteln wehren zu müssen, damit dieser nicht Oberhand gewinnt. Dahinter steht der wohl unbewusste Glaube und die gefühlsmässig verankerte Überzeugung, der andere lehne einen ab und setze alles daran, einen klein zu machen. Um sein eigenes Selbstwertgefühl zu retten, glauben beide, den anderen vorführen zu müssen, was der nicht gut macht. Das Misstrauen dem anderen gegenüber ist durchdringend und deshalb können sie nicht versöhnlich sein und sich nicht verständigen.
Wie so oft in Paarbeziehungen hofft trotz aller Streitigkeiten jeder doch, dass er vom anderen verstanden werden kann. Genau das ist der Grund dafür, dass beide zu einer Partnerschaftsberatung ja sagen, auch wenn sie andere Motive angeben. So können sie innerlich in Deckung bleiben vor den vermeintlichen und tatsächlichen Angriffen des anderen.
Es zeigt sich bei beiden, dass das soziale Interesse nur in geringem Ausmass vorhanden ist. Zum Beispiel kann Joana nicht würdigen, dass Dorek so viel arbeitet, um die Familie zum grösseren Teil finanziell abzusichern und weiss nicht einmal, was Dorek arbeitet. Dorek erkundigt sich nicht wegen der gemeinsamen Kinder und hilft wenig mit, so dass viele Alltagsarbeiten an ihr hängen bleiben.
Sie sind so stark auf sich bezogen, dass sie sich gar nicht versuchen in die Lage des anderen einzufühlen oder einzudenken. Da sie nicht fähig waren, dem anderen das Leben zu verschönern und den anderen für eine bereicherndes Miteinander zu gewinnen, suchten beide die Bestätigung in einer Affäre, auch wenn sie gar keine andere Beziehung wollten.
Dorek fühlt sich zu schwach gegenüber Joana und benutzt ein Kampfmittel der Kleinfühlenden, um den anderen bezwingen zu können und dem anderen zu zeigen, dass man stärker ist: nicht zu reden. Oder Vorwürfe und Hässlichkeiten von sich zu geben. Joana kämpft um eine grössere Bedeutung, indem sie stärker als Dorek scheinen will, indem sie ihn nicht zu Wort kommen lässt und ihn mit Vorwürfen überzieht.
Beide haben zudem sich darin geübt, harmlose Bemerkungen zu Beleidigungen aufzubauschen und nahezu jede Äusserung schlagfertig als Vorlage für einen neuen Angriff zu missbrauchen, um damit Oberhand zu gewinnen im Kampf ums Überleben.
Der Therapeut versucht lange einen Boden dafür zu legen, dass sie sich aufeinander einlassen. So versucht er mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen, dass sie wiederaufleben lassen, was sie beim Kennenlernen gut aneinander gefunden haben, was für den anderen bei der Paarberatung wichtig sein könnte, damit es sich lohnt zu kommen, zu versuchen, die Sichtweise des anderen zu formulieren und was beide aneinander schätzen.
Das Misstrauen ist jedoch so gross, dass sie nicht darauf eingehen können, ihren Abstand voneinander aufzugeben, ihr Interesse aneinander zuzugeben, denn sie wollten vermeiden, die Gefühle für den anderen zu zeigen und sich damit verletzlich machen zu können.
Der Therapeut erkennt an der Art des Streits, dass das Paar den anderen sehr gut kennt, also zur Empathie fähig ist und sucht nach Möglichkeit, wie sie sich dabei finden, sich in andere einzufühlen und anderen zu helfen. Das ist eine andere Perspektive, wie Menschen im Leben merken, dass sie wichtig sind. Es ist dann leichter, dem anderen seine Wertschätzung zu zeigen und gemeinsam tätig zu sein für ein schöneres Zusammenleben.
Da alle Interventionen des Therapeuten zu keiner Verständigung und Versöhnlichkeit führen, obwohl Joana und Dorek ganz aufeinander bezogen sind, greift der erfahrene Therapeut zu einer unkonventionellen Methode. Er gibt den beiden die Gelegenheit, von ihren eigenen Verstricktheiten loszukommen, indem sie ihm bei seinen Schwierigkeiten in der Partnerschaft helfen. Und tatsächlich merken Joana und Dorek, dass sie sich gemeinsam für einen anderen interessieren können und genauer erfahren wollen, wie sie helfen können. Dadurch bekommen sie eine andere Perspektive auf den anderen und auf sich selbst. Sie erleben ihre Bedeutung, indem sie anderen helfen und sind dadurch nicht mehr nur damit beschäftigt, nicht unterzugehen und den anderen von sich fern zu halten.
Im Spiegel der Schwierigkeiten des Therapeuten mit seiner Frau können beide erst überlegen, dass sie sich nicht trennen wollen und dass sie weltanschaulich ähnlich empfinden, denken und handeln und sich stattdessen interessieren und beruhigter leben können.

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