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Hallo, ich möchte am Dienstag, den 20. Oktober den Film "Das Verschwinden des Josef Mengele" im Metropolis Kino anschauen. Kommt jemand mit?

Erst im Jahr 1959 wurde gegen den Kriegsverbrecher und Lagerarzt von Auschwitz, Josef Mengele, Haftbefehl erlassen. Zu diesem Zeitpunkt hielt er sich in Buenos Aires auf. Aufgrund der beginnenden internationalen Suche tauchte er Anfang der 1960er-Jahre in Paraguay und später in Brasilien unter. Dort ertrank Mengele 1979 an der Küste vor São Paulo nach einem Schlaganfall beim Baden. Die 34 Jahre, die Mengele nach dem Ende des Nationalsozialismus lebte, hat der französische Schriftsteller und Journalist Olivier Guez mit Zeitzeugenaussagen, Gerichts- und Fahndungsakten in seinem 2017 erschienenen Roman Das Verschwinden des Dr. Mengele rekonstruiert. Nun hat der russische Regisseur Kirill Serebrennikow Das Verschwinden des Dr. Mengele verfilmt.
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Immer wieder nimmt Serebrennikow die Perspektive des Täters ein, auch erzählerisch. Er zeigt einen Mörder, der in allen Facetten und Tonlagen die Nazipropaganda wiederkäut, mal flüsternd, mal predigend, mal vor Wut schreiend. Finanziert von seiner Unternehmerfamilie in Deutschland, lässt Mengele mit Gleichgesinnten die Rassenlehre in Buenos Aires weiterleben. In einer prunkvollen Villa heiratet er auf Wunsch des Vaters (Burghart Klaußner) die Witwe seines verstorbenen Bruders, auf der Hochzeitstorte prangt ein Hakenkreuz. Später findet Mengele in Brasilien auf der abgelegenen Farm einer ungarischen Familie Unterschlupf, deren Schwarze Arbeiter bezeichnet er als "Halbaffen". Am Ende haust er in einer abgerissenen Bleibe in einem ärmeren Viertel von São Paulo, weiterhin bezeichnet er seine Taten an der Rampe des Konzentrationslagers als menschenfreundlichen Akt. Wechselnde Identitäten, neue Zufluchtsorte – mit Mengele springt die Handlung zwischen den Jahrzehnten hin und her. Je mehr die Zeit voranschreitet, desto klarer fühlt er sich als Opfer.
(Quelle: zeit.de)

Epd-film schreibt: "Serebrennikov und sein hervorragender Kameramann Vladislav Opelyants haben ihren Film, der immer wieder zwischen den Zeitebenen springt, in Schwarz-Weiß gedreht, das suggeriert nicht nur, dass in einer Vergangenheit, die wir alle als eher bunt erinnern, ein Ewiggestriger herumläuft, es illustriert auch den Schattencharakter Mengeles in Südamerika. Nur einmal kommt Farbe ins Bild: in einer als Amateurfilm inszenierten Sequenz mit Mengele und seiner ersten Frau beim Baden an einem See, eine Szene, die nicht von ungefähr an Jonathan Glazers »The Zone of Interest« erinnert".
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»Das Verschwinden des Josef Mengele« betreibt keine Introspektive, keine Täterpsychologie eines Mannes, der sichtlich voller Hass ist und in seinem Drecksloch immer noch glaubt, der Herrenrasse anzugehören. Sympathy for the devil? Eine Identifikation verhindert Serebrennikov durch die Kälte seiner Inszenierung und den Verzicht auf Thrillerelemente. Man mag dem Film keinen allzu hohen Erkenntnisgewinn bescheinigen, aber als Film über das Fortleben faschistischer Ideologie und Strukturen in der Nachkriegszeit funktioniert er.
(Quelle: epd-film.de)

Treffen: im Café um 18:30 Uhr, ich habe schon eine Karte besorgt (viele Reihen scheinen schon jetzt belegt zu sein), ich sitze hier.

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