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(Zu) klein gedacht: Über den Reflex, KI in vorhandene Abläufe zu pressen...
·OnlineOnlineKI ist angekommen. Die Tools funktionieren. Die Lizenzen sind gekauft. Und trotzdem bleibt in den meisten Unternehmen der Ertrag weit unter dem, was alle erwartet hatten.
Der Grund liegt selten in der Technologie. Er liegt in einem Reflex, der so selbstverständlich ist, dass er kaum auffällt. Wenn KI ins Unternehmen kommt, legen wir sie auf das, was ohnehin schon da ist, und fragen, wo sich Zeit und Kosten sparen lassen. Wir tauschen den Motor. Die Fabrik bleibt dieselbe.
Dieses Muster ist historisch vertraut. Als Fabriken um 1900 von Dampf auf Elektrizität umstellten, ersetzten sie zuerst nur den Antrieb. Grundrisse, Maschinen und Arbeitsabläufe blieben, wie sie waren, und der Produktivitätsschub blieb aus. Er kam erst zwei Jahrzehnte später, als die Fabrik selbst neu gebaut wurde. Robert Solow beschrieb 1987 dasselbe Phänomen für den Computer. 2026 steht es wieder im Raum.
Die Daten dazu sind inzwischen deutlich. BCG findet, dass nur ein kleiner einstelliger Prozentsatz der Unternehmen KI-Wert in großem Maßstab realisiert, während die Mehrheit trotz erheblicher Investitionen keinen materiellen Nutzen sieht. McKinsey hat fünfundzwanzig Faktoren getestet und einen einzigen gefunden, der am stärksten mit der Ergebniswirkung von KI zusammenhängt. Es ist die grundlegende Neugestaltung von Arbeitsabläufen. Genau die findet fast nirgends statt.
In diesem 60-minütigen Lunch & Learn (inkl. Reflexion und Austausch) geht es nicht um Prompting, Tools oder Use-Case-Listen. Es geht um die Frage, warum Organisationen KI fast automatisch zu klein denken, und was Führung ändern muss, um vom Optimieren des Bestehenden zum Neudenken zu kommen.
- Warum der Effizienzreflex so stabil ist, und welche Mechanismen im Denken, in der Organisationslogik und in der Technologie selbst ihn zuverlässig am Leben halten.
- Warum ausgerechnet Unternehmen im Dauersparmodus am wenigsten fähig sind, in KI einen Effizienzhebel zu erkennen. Und was die Forschung zu Bedrohung und Erstarrung dazu seit vierzig Jahren weiß.
- Warum konservative KI-Nutzung häufig rational ist, von Compliance über fehlende Absorptionsfähigkeit bis zur Mitbestimmung. Und warum das, was nach Trägheit aussieht, meist handfeste Interessen sind.
- Was die Gestaltungslücke ist, woran du sie in deiner eigenen Organisation erkennst, und welche drei Fragen den Weg aus ihr heraus öffnen.
Dieses Lunch & Learn richtet sich an alle, die KI bereits im Einsatz haben und den Verdacht hegen, dass der bisherige Ertrag unter dem liegt, was möglich wäre.
Es ist kein Tool-Workshop und keine Einführung in KI. Es ist eine Einladung, einen Schritt zurückzutreten und die Frage zu stellen, die im Tagesgeschäft fast nie gestellt wird. Ist unsere Organisation noch für das gebaut, was jetzt wirklich gebraucht wird?Geleitet wird die Session von André Cramer aus dem Lumen Team. Er ist Experte für menschenzentrierte Technologie und Leadership- & Transformationsbegleiter. Er bringt Technikverständnis, Haltung und systemische Schärfe zusammen für die souveräne Gestaltung und Anwendung von KI in Organisationen.
12 attendees
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